Der einsame Weg
Schauspiel von Arthur Schnitzler
Inszenierung: Johanna Wehner
Bühne und Kostüme: Theresa Scheitzenhammer
Dramaturgie: Hannah Schopf
Mit: Sarah Grunert, Ines Hollinger, Maria Weidner, Sebastian Baumgart, Heiner Bomhard, Kevin Körber, Patrick Nellessen, James Newton, Rasmus Wirth
Bayerische Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Schauspiel (Leitung: Prof. Jochen Schölch)
„Der einsame Weg“ wird zumeist als ein Drama um die Einsamkeit im Alter angesichts eines erfüllten Lebens gelesen. Im Jahr des 150. Geburtstages Arthur Schnitzlers enthebt Johanna Wehner mit einem jungen Ensemble sein Werk jeder Zeitlichkeit und fokussiert grundsätzliche, vom Alter unabhängige menschliche Bedürfnisse: Den Traum, einen Traum zu haben.
Gezeigt wird eine Gesellschaft, die sich ihre Träume abtrainiert hat. Bedürfnis- und teilnahmslos stehen die Menschen sich selbst, den anderen, der Welt gegenüber.
Die Lebenszeit verkommt zur Selbstbeschäftigungstherapie: Die Gesellschaft arrangiert sich in perfekten Strukturen, verzweifelt versuchen die Menschen Beziehungen aufzubauen, um der eigenen Einsamkeit nicht ins Auge sehen zu müssen: Mutter, Vater, Kind. Wenn du mein Bruder sein willst, bin ich deine Schwester. Beziehungen, um die Leere zu füllen, Reden, um das Schweigen zu übertönen.
In immer wieder neuen Begegnungen versuchen die Menschen sich zu verorten, sich zu definieren. Sie ziehen dabei Vergangenheiten, angebliche Träume und Wünsche heran: Eigentlich wollte-hätte-müsste man doch... dabei dienen diese künstlichen Bedürfnisse und erfundenen Biografien wieder nur als Schutz vor der schmerzhaften Selbsterkenntnis: Ich müsste wollen, Teil einer Jugendbewegung zu sein. Es ist mir aber egal.
Und so dreht sich das Karussell der zufälligen Begegnungen, der Schein der Gemeinsamkeit bleibt, solang wir nur weiterreden – bis eine Figur verschwindet. Johanna ist fort. Das System ist durchbrochen, aber ändert das etwas?
Dauer: 1 Stunde




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